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Teddy
Wie alles begann

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Udo und Birgit
Herkenroth

16. Januar 2002

Teddy hat uns verlassen.
Sie hat heute morgen um zwanzig nach neun für immer die Augen geschlossen.
Wie zuvor Toby und Oran ist sie bei uns zu Hause friedlich eingeschlafen.
Gestern abend bereits konnte sie nicht mehr aufstehen und musste auf ihr Deckchen getragen werden.
Als sie heute morgen ebenfalls nicht mehr auf die Beine kam, konnten wir ihr nur noch den letzten Freundschaftsdienst erweisen. Sie ist fast zwölfeinhalb Jahre alt geworden.

Danke, Teddy.
Du hast uns Dein ganzes Leben und über ein Viertel unseres bisherigen Lebens treu und ehrlich begleitet.
Wir hoffen, dass wir Dir einen Teil deiner Treue und Ehrlichkeit zurückgeben konnten.
Du wirst immer einen besonderen Platz in unserem Herzen behalten, denn du warst unser erster gemeinsamer Hund und du hast in uns die Liebe zum Bobtail geweckt.
Wir werden Dich sehr vermissen.
Teddy

Teddy
Wie alles begann

Teddy
Für uns stand schon immer fest, daß wir, sobald unsere Lebensumstände es zuließen, einen Hund haben würden.
Die Sorte Hund, die uns vorschwebte, fing in der Größe irgendwo beim Schäferhund an. Das lag wohl daran, daß wir beide mit großen Hunden aufgewachsen waren. Bei Birgit waren es Leonberger und Deutscher Schäferhund, bei Udo Deutsch Kurzhaar, Dalmatiner und Kleiner Münsterländer.
1989 war es dann soweit - nach halbjähriger Umbauphase konnten wir am 1. November in unser Haus einziehen. Wir hatten das 1937 erbaute Haus gekauft, da es neben verschiedenen Nebengebäuden, die für die Pferdehaltung umgebaut werden konnten, auch über ein großes Grundstück mit Garten verfügte. Garten war allerdings der falsche Ausdruck für den Wildwuchs, den wir vorfanden, aber englischer Rasen ist sowieso nie unsere große Leidenschaft gewesen.
Nun waren also die Voraussetzungen da, einem Hund ein Zuhause zu bieten. Dem Tiermarkt in den Wochenendausgaben der Zeitungen galt von nun an unser Hauptaugenmerk.
Wenn wir heute ehrlich sind, wußten wir noch gar nicht, welche Hunderasse wir suchten, als wir zu dem "Züchter" fuhren, der so marktschreierisch seine Welpen anbot. Im nachhinein müssen wir zugeben, daß wir bei der Wahl des Zwingers alles falschgemacht haben, was falschzumachen war.

Unser Rat an alle, die sich einen Hund zulegen wollen: Kauft bei seriösen Züchtern, die Vorstände und Welpenvermittlungsstellen der Zuchtverbände helfen hier gerne weiter!

Ein Züchter, der eine solche Vielzahl von Rassen feilbietet, kann nicht seriös genannt werden - und dieser Züchter, der mit fast identischen Kleinanzeigen noch bis vor kurzem wöchentlich inserierte, hatte bis zu 10 Rassen in seinem "Programm": Von Cairn- und Yorkshire-Terriern über Bearded Collies bis hin zu Golden Retrievern reichte sein Angebot.
Die Retriever, wegen denen wir überhaupt erst hergekommen waren, sahen so ungepflegt aus, daß wir bereits kehrtmachen wollten, als uns ein Mitarbeiter des Zwingers über den Weg lief. Auf die Frage hin, ob Welpen abzugeben seien, sagte er: " Wir haben Bobtails, die können weg von der Mama !" Wir schauten uns an und wußten plötzlich, daß es ein Bobtail sein sollte. Später stellte sich heraus, daß wir unabhängig voneinander immer für Bobtails geschwärmt hatten.
Er zeigte uns zwei kleine Rüden, die ca. 7 Wochen alt waren, die uns aber vom Körperbau und der Zeichnung nicht gefielen. Als der Mann merkte, wie unentschlossen wir waren, holte er noch ein kleines Hündchen herbei, das nur halb so groß war wie seine beiden Brüder. Das zweite, was uns nach seiner Größe ins Auge fiel, war das schwarze Ohr, das es so unwiderstehlich aussehen ließ. Auch wenn es ein Kümmerling zu sein schien, das kleine Fellknäuel hatte uns sofort im Sturm erobert. Bereits eine Woche später zog "Teddy" (wie wir sie nannten, da ihr Geburtsname "Molly" uns nicht gefiel) bei uns zu Hause ein. Wir hatten keine zwei Wochen alleine in unserem neuen Haus gewohnt.

Wir hatten zwar Papiere für Klein-Molly mitbekommen mit einem klangvollen Stammbaum, aber die Seriosität des Züchters ließ uns bereits zu Beginn an dem Wert dieser Bescheinigungen zweifeln. Da wir allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht daran dachten, selbst zu züchten, war uns das gleichgültig. Der Vollständigkeit halber werden wir hier demnächst einen kleinen Auszug aus dem Ahnenpaß veröffentlichen.

Schwerwiegender war da, daß der Gesundheitszustand des Welpen sich als nicht sehr gut herausstellte. Die ersten Wochen verbrachten wir mehr Zeit beim Tierarzt als zu Hause. Wässrigem Durchfall folgte blutiger Durchfall, der Flüssigkeitsverlust nahm bedenkliche Formen an. Heute vermuten wir, daß Teddy zu dieser Zeit noch gar nicht entwöhnt war und aus bloßer Geschäftemacherei zu früh der Mutter entrissen wurde.
Nachdem wir mit Medikamenten, Diät und viel Geduld das Gröbste überstanden hatten, stellte sich eine weitere Unart heraus, die offensichtlich ebenfalls auf Fehler in der Welpenhaltung zurückzuführen ist: Ansonsten der gutmütigste Hund, den man sich vorstellen kann, wurde Teddy schier rasend, wenn Fressenszeit war. Sie giftete so sehr, sobald sie den Futternapf vorgesetzt bekam, daß sie sich vor Wut bepinkelte. Sobald das Futter wieder weg war, war sie wieder wie ausgewechselt. Wir vermuten, daß sie - und ihre Körpergröße ihren Geschwistern gegenüber schien uns das zu bestätigen - bereits als Welpe um ihren Platz am Futternapf oder dem Gesäuge der Mutter kämpfen mußte.

Teddy krempelte unser Leben komplett um. Sie eroberte immer mehr Platz - zuerst in unseren Herzen und zuletzt auch in unserem Bett.
Wenn wir heute an diese Zeit zurückdenken, müssen wir lachen:

Bobtail auf dem Sofa ... Niemals.
Heute sind wir froh, wenn uns selbst noch etwas Platz bleibt. Wir haben zwar zwei Sofas, aber auch zwei Bobtails.

Bobtail im Bett ... Undenkbar.
Auch wenn Teddy abends aus dem Bett gescheucht wurde - spätestens, wenn wir schlafen, findet sie ihren Platz zu unseren Füßen - morgens jedenfalls hat sie immer unsere Decke konfisziert und blinzelt uns verträumt auf dem Rücken liegend an.

Der Platz hier reicht nicht, um alle liebenswerten Charaktereigenschaften aufzuzählen, die uns von der Rasse Bobtail oder Old English Sheepdog, wie es korrekt heißt, so überzeugt haben, daß wir wohl zeitlebens Bobtails haben werden. Die Wesensart, die den Bobtail zum idealen Familienhund macht, ist sein Verhalten Kindern gegenüber. Unser kleiner Sohn Adrian, der zur Welt kam, als Teddy und Toby ihr Terrain bei uns bereits fest abgesteckt hatten, wurde - unter unserer Aufsicht und Anleitung - vom ersten Tag an als Rudelmitglied anerkannt und von Teddy quasi adoptiert. Sie schläft oft vor seiner Tür, stellt sich zwischen ihn und Fremde und weicht nicht von seiner Seite, wenn er krank ist. Außerdem ist es kaum möglich, in Teddys Anwesenheit gegenüber Adrian erzieherisch tätig zu werden. Allerdings wird Adrian niemals zu Hause Fußball spielen können, weil Teddy immer den Ball klaut.

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am 16. Januar 2002
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